Stressreiche Zeit, die letzten großen Assignments stehen an. Vor ca. einem Monat habe ich mich als Volunteer beim Caloundra Music Festival beworben und wurde angenommen. An diesem Wochenende war es endlich soweit. Eine Woche zuvor war die Einführungsveranstaltung für die Volunteers, die ich natürlich nicht verpassen wollte. Also rein in den Bus (Public Transport at the Sunshine Coast sucks!!!) und auf nach Caloundra. Das Treffen war in der King's Tavern am King's Beach und an die 200 Volunteers waren vertreten. Ich plazierte mich also an einen Tisch (der strategisch denkende hat natürlich den Tisch mit dem süßen Mädchen gewählt) und wurde doch tatsächlich nach 5-minütiger Unterhaltung von eben jenem Mädchen zum Abendessen eingeladen. Warum ich das hier erzähle? Weil es eine Schlüsselszene für mich war, die mich besonders an die Australier und die Mentalität zurückdenken lassen werden, wenn ich erst wieder in Germany bin.


Eine Woche später ging es dann also los. Mein Job, von vielen als der langweiligste von allen verschmäht, waren Surveys. Das bedeutete durch die Menge latschen und sie ausquetschen, was sie über das Festival denken. Ach ja, das Festival. Als fleißger Southside/Hurricane/Rock am Ring Besucher fühlte ich mich dort etwas verloren. Es war ein kleines Festival an einer traumhaften Location mitten im Ort am Strand und fasste schätzungsweise an die 5,000 Zuschauer. Das Besondere hier war, dass wirklich alle Generationen vertreten waren. Es ist ein tolles, kleines Festival mit einer besonderen Location und einer tollen Atmosphäre. Die Surveyaufgabe stellte sich als Volltreffer heraus. Ich konnte mein Englisch trainieren und mit Leuten sprechen. So habe ich dann am Ende des Tages von meinen 48 Surveys auch mal grade 18 geschafft, da ich mir sämtliche Geschichten angehört habe. Da war der Wirtschaftsprofessor von der Griffith University, der mit seinem Sohn da war oder die junge Familie, deren Kind auf dem letzten Festival gezeugt wurde oder das Paar, das das Festival besucht, weil die Frau des Mannes grade auf Geschäftsreise ist.

Neben meinem Job habe ich natürlich auch noch Musik gehört. Es waren hauptsächlich australische Bands und ich kannte keine einzige. Allerdings habe ich ein paar Anregungen für mein geliebtes iTunes sammeln können. Weiteres Highlight waren die anderen Volunteers. Alle superfreundlich und gesprächig, es hat einfach Spaß gemacht. Weiterer Vorteil ist, dass ich auf diesem Wege eine kostenlose Unterkunft an der Gold Coast ergattert habe. Eine Studentin der Griffith University hat mir angeboten bei ihr zu pennen. Sie ist lustigerweise Polin und ich muss sagen, dass ich das ganze Polnisch Gelaber um mich herum doch etwas vermisse. Der Sonntag war wesentlich anstrengender, da es sehr heiß war und ich die ganze Zeit durch die Gegend marschiert bin um die Leute auszuquetschen. Zum Lohn unserer Mühen haben wir freien Eintritt zum Festival, volle Verpflegung und ein T-Shirt bekommen. Aber die Erfahrung kann nix in der Welt ersetzten, ich bin so froh, dass ich das gemacht habe.

Ansonsten geht hier alles seinen gewohnten Gang. Inzwischen bin ich hauptsächlich in der Library anzutreffen, da ein Assignment nach dem nächsten kommt. Allerdings vergesse ich auch nicht weiterhin fleißig Party zu machen. Nachdem ich unser selbstveranstaltetes Oktoberfest einigermaßen überstanden habe (von geplanten 24 Flaschen Bier habe ich leider nur 15 geschafft) stehen jetzt leider die ersten Abschiedspartys an. Ich habe nur noch eine Vorlesungswoche vor mir, dann eine Vorbereitungswoche und dann kommen auch schon die Exams. In exakt 4 Wochen werde ich Varsity verlassen und endlich anfangen herum zu reisen. Die Flüge sind alle gebucht und ich kann es kaum erwarten!!! Ich muss jetzt in die Uni. Immernoch in FlipFlops, hehe!
