Friday, 31 July 2009

Day 9: Worst Party Ever

30. Juli 2009
Die letzte deutsche Klausur stand an. Also nochmal auf in die Bibo, um zu lernen. Viel schneller als mir wieder lieb, war dann auch schon 16 Uhr und an der Zeit zum schreiben. Internationale Rechnungslegung. Ich war geschockt, als ich die Klausur sah. Es wurden wirklich alle Register gezogen. So war es dann auch die erste Klausur meiner Unikarriere, die ich nicht in der vorgegebenen Zeit geschafft habe. Ich bin gespannt was letztendlich dabei herauskommt, allerdings bin ich nicht sehr zuversichtlich. Hier mal ein Foto von dem Gebäude, indem ich einen großen Teil der Woche verbracht habe: die Bibo oder wie ich sie auch nenne, die Tiefkühltruhe!


Egal, es war vorbei. Mindestens 2 Monate hab ich nun Ruhe vor der Viadrina. Das musste natürlich gebührend gefeiert werden. Cam hatte ihren Teil schon einen Tag vorher erledigt, also beschlossen wir an diesem Abend in einen Club zu gehen. Von meinen Mitbewohnern erfuhr ich, dass es eine Uniparty gab, mit kostenlosem Eintritt und kostenlosem Shuttle dorthin und wieder zurück. Die Fahrt dahin war auch recht lustig. Der Fahrer drehte das Radio voll auf, alle haben gegrölt und wir wurden durch die rabiate Fahrweise doch gut durchgeschüttelt. Die "Party" selber entpuppte sich allerdings als unbeschreiblich schlecht.

Ich wage trotzdem einen Versuch. Der Eintritt war umsonst und das Bier fast billiger als im Laden. Das war das Positive. Negativ und sofort aufgefallen ist der Geruch. Es roch nach einer unglaublichen Mischung aus stinkenden Füßen, Schweiß und Bier. Der Club hatte Teppichboden, man kann sich ausmalen, wie es sich anfühlte auf dem zu laufen. Die Musik war so ziemlich das schlimmste, was man aufbieten konnte. Ich hätte mich an diesem Abend wirklich gefreut, wenn mal Britney Spears oder sowas gekommen wäre. Das sagt ja wohl alles. Es war nur so HipHop-Scheiß und Cam meinte, dass der schon mindestens 10 Jahre alt sei. Die Krönung war dann nur noch, dass ich anscheinend von einem Typ verfolgt wurde, der mir entweder immer Kokain andrehen oder von mir haben wollte. Es war so eine Mischung aus Ballermann und Abifahrt, auf der man sich halt nur zusäuft. So haben wir dann auch restlos bedient bereits um 1 Uhr die Flucht angetreten. Schlafen war allerdings auch nicht, da die Mitbewohner tröpfchenweise, aber sehr lautstark zurückgekehrt sind. Zum Glück war die Vorlesung am nächsten Tag erst um 10 Uhr.

Thursday, 30 July 2009

Day 7: Decision Making Theory

28. Juli 2009

Nun war er also da. Der Tag der Apokalypse, der Tag des jüngsten Gerichts. Dank der Zeitverschiebung musste ich die Klausur in Entscheidungstheorie erst um 16:30 Uhr Ortszeit schreiben. Also blieb davor noch genug Zeit zum lernen. Ab in die Bibo dann mal wieder. Die scheint hier mein bester Freund zu werden. Ehe ich mich versah waren dann auch schon 7 Stunden vergangen und ich musste ins International Office, wo ich meine Klausur schreiben sollte. Jane erwartete mich bereits (die, die mir am ersten Tag hier auch die 5$ geliehen hatte) und ich wurde in einen Miniraum geführt. Die Klausur wurde mir ausgehändigt und los gings.

Um es gleich vorweg zu nehmen, es wurde nix. Mit der Hälfte der Aufgaben konnte ich überhaut gar nichts anfangen und ich wollte aus der einen streichbaren Aufgabe eigentlich 7 machen. So war ich dann auch nach 1 1/2 Stunden fertig und gab ab. Immerhin kam ich dann noch rechtzeitig zu meiner 2. australischen Veranstaltung: Advanced Strategic Management.

Dies war ein Workshop und ich wusste nicht, was mich hier erwartete. Im Gegensatz zur Vorlesung gestern wusste ich hier rein gar nicht von was die redeten. Als Vorraussetzung sollte mir theoretisch IMA von Söllner dienen (ein Fach, dass ich an der Viadrina belegte), ich hätte ja wissen müssen, dass das nur in die Hose gehen kann. Oder wer hat schon mal was von der "Sheep-Theory" gehört? Also ich nicht. Aber trotz diesem Missstand, die Vorlesung war äußerst interessant. Wir machen hier eine Wirtschaftssimulation, die anscheinend sehr realistisch ist. Und man besteht diesen Kurs nur, wenn man sein simuliertes Unternehmen über 8 simulierte Jahre erfolgreich führt. Ich habe gestern Abend ganze 2 Minuten gebraucht, um es das erste Mal in den Ruin zu managen. Es scheint für mich also ne ziemliche Hürde zu werden... Aber wie gesagt, ich hoffe, dass ich aus diesem Kurs wirklich was mitnehme.


Nach Workshop und Klausur (es war inzwischen 8 Uhr Abends und schon lange dunkel und kalt) kämpfte ich mich durch die Wildness wieder zurück zu meinem Apartment und wollte nur noch pennen. Aber meine partybedürftigen Mitbewohner machten mir einen Strich durch die Rechnung. Ca. 20 Leute waren in unserem Apartment und kräftig am feiern. Ich näherte mich und die ersten riefen schon von weitem: "Hey Dominik, how are you? How was class today? How was your exam?" Ich konnte mich nicht daran erinnern so vielen Leuten von meiner Klausur erzählt zu haben. Aber ich beschloss dann einfach mit Party zu machen. Und so gab es eine Megapizza von Meisterköchin und Mitbewohnerin Silje, die einfach nur unglaublich lecker war. Zudem wurde mir auch noch Bier angeboten, was ich natürlich annahm. Und so entstand eine rauschende Party mit Security die vorbei kam, viel Lachen und vielen Bekanntschaften. So wurde es trotz der Klausur noch ein insgesamt schöner Tag. Ich hoffte, dass ich Rechnungslegung besser schreiben würde...

Wednesday, 29 July 2009

Day 6: Classes commence

27. Juli 2009

Noch nicht mal mit den Klausuren vom letzten Semester fertig und schon beginnt das neue. Nachdem ich am Sonntag das Auto zurück gebracht habe und wenig erfolgreich vor Entscheidungstheorie saß, ruhte meine Hoffnung nun auf diesem Montag. Zudem stand heute auch meine erste australische Vorlesung an. Managing Organisational Change. Von Aufregung aber keine Spur. Insgesamt habe ich vor hier 4 Kurse zu belegen (mehr sind auch nicht möglich), 2 davon mache ich zusammen mit Cam. Diese erste Vorlesung am Montag haben die Verantwortlichen netterweise auf 8 Uhr morgens angesetzt, also 6.30 Uhr aufstehen. Immerhin hatte ich inzwischen alles nötige für einen Kaffee zusammen gekauft (ca. 40$), von daher war das erträglich.


Und ab zur Uni! Um dorthin zu gelangen müssen wir durch ein Naturreservat laufen, in dem auch die Uni liegt. Schon die erste Warnung am Weg machte mich stutzig, besonders der Satz ganz unten.


Mutig ging ich weiter und die nächsten Warnhinweise folgten zugleich.



Dem Tod ins Auge blickend, an allen wilden Tieren vorbei habe ich dann auch die Uni erreicht. Pünktlich am Lecture Theater angekommen dann das große Staunen. Das Lecture Theatre verdiente den Namen eigentlich nicht. Für die Viadrinaleute, die kleinen Lecture-Theatre sind mit den kleinen Vorlesungsräumen in den oberen Stockwerken des GD vergleichbar. Der Raum war nichtmal voll. Aber OK, das mag auch an der Uhrzeit gelegen haben. Neben Cam sitzend habe ich dann der Vorlesung gelauscht. Und je länger sie dauerte, desto entsetzter waren wir. Die Vorlesung glich eher einer Geschichtsstunde auf Schulniveau. Wir hoffen wirklich, dass das Niveau in diesem Fach in den nächsten Wochen noch etwas anzieht, weil wir machen wohlgemerkt hier nur Kurse mit dem höchsten Schwierigkeitsgrad. Beim hinausgehen redeten wir dann auch darüber, wie lächerlich einfach das war. Wir ernteten ein paar böse Blicke von deutschen Kommilitonen.


Dazu muss man sagen, dass hier, was deutsche Austauschstudenten betrifft hauptsächlich FHler sind. Wir sind von unserer Uni ein ganz anderes Niveau gewöhnt. Während sich die FHler anscheinend ziemlich ins Zeug legen müssen, sieht es bis jetzt so aus als ob wir beide hier erstmal ein entspanntes Semester verbringen könnten. Aber mal sehen, wie das in 3 Wochen aussieht.


Nach der Vorlesung ging es endlich in die Bibliothek zum lernen. Sie ist fast noch kleiner als die der Viadrina, aber sehr schön eingerichtet. Allerdings scheinen sie sehr stolz auf ihre AirCon zu sein. Während man draussen in kurzer Hose und T-Shirt rumlaufen kann, muss man in der Bibliothek einen dicken Pulli mitnehmen um nicht zu frieren. Die Regeln sind hier viel lockerer. Mit nem Kaffee in der Bibo lernen, na wie klingt das für euch? Toll oder?


Während einer Lernpause sind wir dann das erste Mal zum Woolworth gelaufen, da kein Auto mehr und meine Mitbewohner meine Milch geleert haben. Es zieht sich schon und Großeinkäufe sind somit nicht mehr machbar. Allerdings haben die Studenten das so gelöst, indem sie eiskalt den Einkaufswagen bis zum Studentenheim mitnehmen. Wir haben sogar ne richtige Einkaufswagenstation hier.


Danach bin ich nochmal in die Bibo zum lernen und war bei Dunkelheit dann wieder auf dem Rückweg. Und da waren sie. Der ganze Rasen, mitten auf dem Unigelände war voller Känguruhs. Schon lustig. Die haben mich zumindest kurzzeitig von der Klausur abgelenkt, die morgen anstand. And I had a very bad feeling about this...



Tuesday, 28 July 2009

Day 4: Glass House Mountains

25. Juli 2009

Es gab eine neue Unterkunft, neue Landschaft und neue Leute. Trotzdem fühlten wir uns noch nicht in Australien angekommen. Ein Ausflug zu den Glass House Mountains sollte Abhilfe schaffen. Die Glass House Mountains sind ein paar kleine spitze Hügel, die plötzlich aus der Landschaft ragen. Ich war vor 7 Jahren bereits dort und fand es klasse. Deswegen wollte ich sie unbedin
gt nochmal besuchen. Praktisch also, dass sie nur ca. 30km entfernt waren. Da Cam mal ausschlafen wollte legten wir die Startzeit auf 12 Uhr fest. Das gab mir die Zeit ein schwerwiegendes Problem zu lösen. Jetzt hatte ich zwar was zu essen im Haus, aber... KAFFEE! Der fehlte. Wer mich etwas näher kennt weiß, dass das nicht gut gehen kann. Also bin ich zur Uni gegangen, da es auf dem Campus viele Cafés oder wie sie es hier nennen, Brasseries gibt. Es war Samstag. Und es war alles geschlossen. Sogar die Bibliothek, in die ich nach dem Ausflug eigentlich wollte, um für meine Klausuren zu lernen, wozu ich bisher noch nicht gekommen bin war fürs Wochenende dicht. Als einzige Lösung blieb der geliebte Automatenkaffee übrig (2$). Der war eklig süß. Ich will nicht wissen, was passiert wäre wenn ich auf "with sugar" gedrückt hätte. Ein denkbar schlechter Start in den Tag.

Nun ruhte die ganze Hoffnung auf dem Ausflug. Also ab auf den Motorway. Nach ner halben Stunde erspähten wir auch schon den ersten Berg. Wr folgten der Beschilderung zu einem Scenic Outlook und kurvten über eine enge Straße den Hügel hoch. Die Aussicht war wirklich klasse und ich konnte Australien ein Stückchen mehr realisieren. Wir liefen dann noch einen kleinen Rundweg durch die australische Wildness.


Auf dem Weg zurück plagte uns der Hunger und wir machten in einer Art Dorfzentrum halt (Glass House Mountains Township), um unsere Mägen zu füllen. Hier hatte ich endlich mal wieder einen Meatpie. Gigantisch lecker!!! Gegenüber lag ein Infozentrum, das wir besuchten um noch einen anderen guten Lookouttip zu erhalten. Es beriet uns dann wirklich hervorragend ein einheimischer Opa im tiefsten Slang, aber ich habe alles wichtige verstanden. Wir folgten seinem Rat und machten uns auf zu dem empfohlenen Berg. Plötzlich wieß das Schild mit Lookout nach rechts, aber da war keine Straße sondern ein breiterer Feldweg. Das hatte ich im Outback erwartet, aber nicht hier. Voller Begeisterung und zu Cams Unbehagen riß ich das Lenkrad rum und quälte unser kleines Mietauto die Dirtroad den Berg hinauf. Ab dem Parkplatz musste es dann zu Fuß weitergehen. Der Weg war unglaublich steil und wir kamen beide ziemlich ins Schwitzen. Aber die Aussicht war einfach nur gigantisch gut!


Berg runter schafften wir es schnell und sicher dank unserer genial neu entwickelten Teamabwärtsgehtechnik. Es dämmerte denn auch schon und wir machten uns auf den Rückweg. Unterwegs besorgten wir für Cam noch einen Cardreader (30$) und stellten fest, dass Woolworth am Samstag bereits um 5 schließt. Eigentlich wollten wir nochmal nachlegen was einkaufen betrifft. Wurde zwingend auf Sonntag verlegt. Immerhin da haben die Läden hier auch offen.

Am Abend bemühte ich mich dann mal die Uniordner aus FfO wieder auszukramen. Ich habe nun an die 4 Tage nichts für die Uni gemacht und langsam machte sich Panik breit. Also bemühte ich mich an dem Abend noch etwas zu lernen. Nur, die Wände sind hier dünner als Pappe und die Mitbewohner äußerst Partybedürftig. Von daher war nicht wirklich viel mit lernen. Ich sehnte den Montag und die Öffnung der Bibliothek herbei, um mich ungestört auf die Klausur am Dienstag vorbereiten zu können. Ich ahnte bereits, dass diese nichts werden konnte...

Monday, 27 July 2009

Day 3: Shopping

24. Juli 2009

Nach ca. 5 Stunden Schlaf war ich wieder auf den Beinen. Angezogen und dann ab zur Uni. Ein paar Sachen mussten dringend geklärt werden, wie z.B. das Schreiben der deutschen Klausuren, Studentenausweis abholen und einen Kaffee holen. Netterweise hat mir eine Mitarbeiterin aus dem Internationalen Büro 5$ für diesen geliehen, da ich ja bis jetzt noch kein australisches Geld besaß. Hier hätten bei mir schon die Alarmglocken schrillen müssen, als ich für einen lächerlichen Instantkaffee 3.50$ zahlte, was ca. 2€ entspricht.
Nach diesen kleinen Erledigungen bin ich wieder zurück ins Apartment gegangen. Die ausführliche Besichtigung der Uni wollte ich mir für später aufheben. Und während dem Koffer auspacken klopfte es an der Tür und es flötete: "Is Dominik there?" Auch sie hatte es also geschafft. Cam, meine Kommilitonin aus Deutschland mit der ich das Semester zusammen hier verbringe, hat die Reise ebenfalls gut überstanden. Deshalb wird es ab jetzt eher "wir" als "ich" heißen. Wir hatten einen Mietwagen zur Verfügung, (damals) funktionierende Kreditkarten, kein Essen und kein Klopapier. Also, SHOPPING war angesagt! Vorher allerdings musste ich noch richtig in meiner neuen Unterkunft einchecken. Die schnelle Aktion in der Nacht zählte da nicht. Ein Haufen Formulare wollten bewältigt und die Kreditkarte belastet werden. Um einen Berg an Formularen reicher und um 800$ ärmer verließ ich das Office um gleich noch ärmer zu werden.

Sippy Downs, das Kaff in dem wir hausen, hat eine Art Einkaufspark. Mit dem Auto knappe 5 Minuten, zu Laufen ca. 20. Woolworth, ein Riesenladen, etwa mit dem Kaufland vergleichbar ist auch wirklich gut ausgestattet. Also haben Cam und meiner einer einen Einkaufswagen geschnappt und wollten loslegen. Das blanke Entsetzen erwartete uns! Erster Bereich des Ladens: Brot! Ab 2€ für das billigste aufwärts war man dabei. Die spontane Lösung: umsteigen auf wabbelige Billigsandwiches. Mit einer leichten Verunsicherung näherten wir uns dem nächsten Bereich: Obst & Gemüse! Und hier wurde es zur Gewissheit...

Die Preise um sich hier am Leben zu halten sind im Vergleich zu Deutschland deutlch teurer! Selbst für die allernötigsten Grundnahrungsmittel muss man hier deutlich tiefer in die Tasche greifen. Zum Beispiel das gute Bier. Mal davon abgesehen, dass die Australier nicht wirkliche Bierexperten sind, kann das hier auch keiner zahlen. Zum größten Schock meines bisherigen Australientrips gehörte das Erspähen eines Oettinger Sixpack! Ja richtig, unser geliebtes deutsches Assibier! Nach eifrigem Vergleich gehört es auch hier so mit zu den billigsten und jetzt der Knaller, damit ihr euch mein Leid vorstellen könnt: ein Sixpack Oettinger (6 x 335ml) kostet hier an die 8€!!! Ich habe mir auf den Schock erstmal einen Sixer gegönnt. Wohlwissend, dass das fürs erste mein letztes Bier in Australien sein würde. Ich habe mich für einen Sixer aus Neuseeland entschieden. Der war nicht ganz so teuer wie Becks oder Heineken. Ich vermisse mein Rothaus.

Je länger der Einkauf, desto depressiver wurden wir. Der Einkaufswagen füllte sich aufgrund unserer verzweifelten Suche nach den billigsten Produkten auch nur langsam und so brauchten wir für unseren ersten Einkauf gute 2 Stunden. Als wir uns dann der Kasse näherten stieg die Spannung. Die Stunde der Abrechnung. Und los gings...
10$...
30$...
50$...
80$...
85$!
Schock! Cam ergings nicht wirklich besser und wir ahnten, dass wir hier wohl einige Kilo an Gewicht verlieren würden.
Um aber mal nicht nur zu meckern, die Auswahl ist gigantisch. Da kommt Deutschland wirklich nicht mit. In so einem kleinen Kaff wie wir es hier haben so ein gigantischer Laden is schon wahnsinn. In größeren Städten sind die Ausmaße dann auch noch größer. Auch toll ist, dass die Verkäuferinnen hier alle Waren sofort in Plastiktüten verpacken. Das ist schlecht für die Umwelt und gut für meine heimische Mülltütensammlung. Wenn halt nur die Sache mit dem Geld nicht wär...

Danach gings ins nächste Kaff zum passenden Geldautomaten. Auch den werde ich in Zukunft wohl mit dem Bus erreichen müssen. Hier habe ich gleich mal 500$ abgehoben. Inzwischen sind davon 3 Tage später nur noch 100$ übrig. Oje. Als es bereits dunkelte (17.30 Uhr - Winter halt) haben wir uns dann noch auf zum Sunshine Plaza in Maroochydore, der größten Stadt im Umkreis gemacht. Als wir ankamen (18 Uhr) hatte bereits alles zu. Und das an einem Freitag. Das ist wirklich Provinz vom Feinsten! Aber wer Ffo abkann, der lacht darüber ja nur...
Nachdem wir uns auch mit Alkohol versorgt haben beschlossen wir den Abend gemeinsam bei Toast, Rührei, Würstchen und Wein ausklingen zu lassen. Alles ausser den Würstchen war wirklich gut, aber die waren dafür wirklich unter aller Kanone! Da konnte auch Cam nichts mehr retten. Nur schlimm, dass die Würstchen so teuer und dann noch so ein Reinfall waren.

An diesem Abend habe ich mir dann doch noch Internet eingekauft. Ja richtig, hier muss man das kaufen. Neben der obligatorischen Connection Fee in Höhe von 40$ muss man sich GB dazu kaufen. 1 GB kostet fast 30$. Das ist so ziemlich der Hauptgrund, warum Skype, ICQ und MSN tabu für mich sind, wenn ich nicht vollkommen verarmen will. Man wird das Gefühl nicht los, dass hier alles in irgendeiner Form kostet...

Sunday, 26 July 2009

Day 1&2: The Journey

22. Juli 2009

Nachdem ich mit Packen und Zimmer übergabefertig machen logischerweise noch bis tief in die Nacht beschäftigt war, ging es am Mittwoch morgen mit wenig Schlaf auf zum Bahnhof. Und um 5:30 Uhr war es dann soweit: der Zug verließ FfO. Endlich war ich dieses Mistkaff für ein halbes Jahr los. Doch was ich nicht ahnte war, dass ich einige Sachen doch recht schnell vermissen werden würde. Aber später mehr dazu.


Die Zugfahrt verlief größtenteils ohne größere Zwischenfälle und ich habe alle Anschlüsse bekommen. Und so kam ich auch nur mit 20 Minuten Verspätung am Frankfurter Flughafen an. Also schnell in Terminal 2 mit der Skyrail gedüst, eingecheckt und dann auch das traditionelle McDonald's-Essen noch schnell verschlungen. Danach musste ich auch schon zum Gate. Erfreulicherweise hat Cathay Pacific ihre 747 mit neuen Sitzen ausgestattet und so war der Flug nach HongKong auch recht angenehm.


Die Filmauswahl war toll und ich habe die halbe (eh schon um 6 Stunden gekürzte) Nacht vor dem Bildschirm verbracht. Um 6 Uhr morgens landete ich dann in HongKong, 20 Minuten früher als geplant und so hatte ich fast 6 1/2 Stunden bis zu meinem nächsten Flug. Also entschied ich spontan nach HongKong rein zu fahren und dieser tollen Stadt nach 3 Jahren einen weiteren Besuch abzustatten. Dumme Entscheidung!



23. Juli 2009


Blöderweise habe ich das Wetter nicht bedacht. Hätte ich nach der Landung mal der Stewardess gelauscht, anstatt mich damit abzumühen meine Schuhe wieder an zubekommen, dann hätte ich auch gehört, dass mich um 6 Uhr morgens bereits 30 Grad, gepaart mit 90% Luftfeuchtigkeit erwarten würden. Und so trat ich in Kowloon aus dem Bahnhof des Airport-Express in die schwüle asiatische Morgenhitze. Dazu sollte ich erwähnen, dass ich auf australischen Winter gerüstet war. Soll heißen Sneakers, Jeans, Jacke (und noch das Megahandgepäck)! So war es auch nicht verwunderlich, dass ich nach ca. 5 Minuten total durchnässt war. Hat mich aber trotzdem nicht davon abgehalten mir erstmal nen gescheiten Starbucks Morgenkaffee zu gönnen. Den ersten, den ich auf Kreditkarte gekauft habe. Bin gespannt, wieviel der mich letzendlich kosten wird.
Jedenfalls bin ich dann mit dem Kaffee in der Hand via Nathan Road langsam zum Star Ferry Pier gepilgert, um mit der berühmten Fähre nach Central und wieder zurück überzusetzen. Das Wetter war dabei nicht so der Brüller. Sonne und Regen haben sich regelmäßig abgewechselt und ich wurde ein paar Mal nass. Allerdings war das dann auch 5 Minuten später wieder trocken...


Nach 3 1/2 anstrengenden Stunden ging es wieder zurück zum Airport. Dort habe ich mir noch ein teures japanisches Mittagessen gegönnt und dann gings wieder ab in die Luft gen Brisbane. Die 8 Stunden kamen mir wesentlich länger vor, als die 12 Stunden nach HongKong vorher. Kann auch daran gelegen haben, dass das Flugzeug wesentlich weniger Beinfreiheit hatte. Wenigstens hab ich auf diesem Flug etwas geschlafen. Und dann nach guten 8 Stunden war es dann soweit... ich berührte australischen Boden. Nach 7 Jahren kam ich endlich wieder zurück. Und zum ersten Mal fing mir Australien gleich an auf die Nerven zu gehen. Mein Gepäck kam dann auch irgendwann mal an und dann musste ich ab durch die Kontrolle. Anscheinend darf man absolut nichts organisches nach Australien einführen. Deswegen wird jedes Gepäckstück nochmal kontrolliert, bevor man den Ankunftsbereich des Flughafens betreten darf. Meine Kaffeebonbons habe ich aber irgendwie durchgeschmuggelt. Und um 0.15 Uhr war ich endlich draußen. Jetzt stand noch die finale Etappe an.

24. Juli 2009

Also auf zum Mietwagenschalter. Der arme Mann hat seinen Arbeitstag wegen mir um fast ne halbe Stunde verlängern müssen, aber er war trotzdem freundlich und zuvorkommend und hat mir die Autoschlüssel übergeben. Und hier wurde ich das erste Mal mit dem australischen Slang konfrontiert. Äußerst schwierig da was verständliches raus zu filtern. Aber mit einigem Nachfragen war dann auch schnell alles klar. Der Mann verschwand dann auch schneller vom Schalter als ich.
Nach ca 15 Minute Suche nach meinem Auto habe ich den giftgrünen KIA in der Nacht dann auch noch gefunden. Die spannende Frage, die ich mir stellte war ob ich das erste mal Linksverkehr nach einer 35-stündigen Reise meistern würde. Dies war unbegründet. Es lief alles ohne Probleme und ohne Verfahren, wenn man mal davon absieht, dass ich erstmal den Ausgang vom Flughafenparkplatz nicht gefunden habe. Nach einer guten Stunde Fahrt kam ich dann endlich in meinem neuen zu Hause für das nächste halbe Jahr an. Die Security des Varsity Apartments hat mich dann auch um 2.30 Uhr nachts noch zu meinem Zimmer gebracht und ich hab mich sofort aufs Ohr gelegt und gepennt. Bis um 10 Uhr der Wecker klingelte!