Monday, 28 December 2009

Days 152-158: The Overland Track & Merry Christmas Germany II

20. - 26. Dezember 2009

Der Overland Track! Mein Highlight Australiens. Wie ich darauf gekommen bin weiß ich schon gar nicht mehr genau. Irgendwo habe ich mal was darüber gelesen und mir dann in den Kopf gesetzt diesen Track laufen zu wollen. Der Overland Track hat eine Länge von 80 km und führt durch den Cradle Mountain - Lake St Clair National Park, Weltkulturerbe in Tasmanien. Der Track wird unter den Top 10 Tracks der Welt gelistet.

Da ich überhaupt nicht damit gerechnet habe für eine Woche in der Wildnis zu verschwinden war die Vorbereitung mit einigem Aufwand verbunden. Ich musste mir die komplette Ausrüstung zusammenkaufen oder leihen. Gekauft habe ich (teurer als in Deutschland natürlich): Backpack, Zelt, Sleeping Bag, Edelstahlflasche, Fließjacke, Regenjacke, Regenhose, Leggings, Handschuhe... kurzum, es war eine richtige Investition. Zum Glück habe ich das meiste in Deutschland noch nicht, daher machte das ja noch irgendwo Sinn, aber soviel Geld auf einen Haufen auszugeben tut schon weh. Allein die Fees, damit ich den Weg laufen durfte beliefen sich auf gute 250 Dollar (ca. 150 €). Aber nun genug vom Vorgeplänkel. Dieser Blogeintrag wird riesig, da ich hier meine gesamten Overland Track Erlebnisse reinschreiben werde. Dies zwar arg komprimiert, aber es kam trotzdem was zusammen. Ich war insgesamt 7 Tage auf dem Track. Viel Spass beim lesen...

20. Dezember 2009

Die letzte Nacht in einem richtigen Bett endete um 6.30 Uhr am Morgen. Ich packte meinen Backpack endgültig zusammen und als ich ihn danach probeweise aufsetzte war ich geschockt. Das Teil war schwer ohne Ende. Ich habe das Essen als Hauptgrund ausgemacht, mich aber nicht getraut etwas zurückzulassen. Es war klar, dass sich das rächen würde. Bevor es aber erstmal soweit war durfte ich natürlich erst mal wieder auf den Bus warten. Mit einer halben Stunde Verspätung kam er irgendwann mal um die Ecke. gebogen. Eigentlich ging ich davon aus, dass ich eine ordinäre Busfahrt gebucht hatte, die mich zum Nationalpark bringen würde. Weit gefehlt. Es entpuppte sich als eine halbe Sightseeing Tour, was sich für diejenigen, die einfach nur den Track beginnen wollten als echte Tortour heraus stellte. Nach einem Stop und vielen Erklärungen später kam ich gegen 12.30 Uhr am Cradle Mountain Visitor Centre an. Dort habe ich meinen National Park Pass und meinen Overland Track Pass abgeholt und bin mit einem weiteren Busshuttle ein paar Kilometer weiter zum Anfangspunkt des Tracks gefahren. Dort habe ich mich im Logbuch registriert, danach den Backpack geschultert und los gings!
Der erste Anstieg lies natürlich nicht lange auf sich warten und ich keuchte schnell schwer unter der Last des Backpacks. Sobald der erste Teil des Aufstiegs geschafft war, beschloss ich, dass es Zeit für eine Pause war. Der Ausblick und die Landschaft war hier schon atemberaubend und ich war wirklich schwer beeindruckt. Eine gute Stunde später erreichte ich Marion's Lookout, der einen unglaublich fantastischen Ausblick auf den Dove und Crater Lake bot. Die Kraxelei hat sich also gelohnt.

Nach einer weiteren Stunde Walk über ein Plateau erreichte ich die Kitchen Hut, wo ich meinen Backpack unterstellte und mich aufmachte den Cradle Mountain zu erklimmen. Das Wetter war zwar super, aber leider war ich schon relativ spät dran, ich musste die Waterfall Valley Hut unbedingt vor Sonnenuntergang erreichen. Der Weg zum Gipfel hinauf war Horror. Es war mehr eine Klettertour als eigentlich ein Weg. Teilweise habe ich wirklich Angst bekommen, da der Abgrund nie weit weg war. Aber letztendlich hat es sich gelohnt, die Aussicht war wieder einmal grandios. Allerdings habe ich aufgrund des Zeitdrucks nicht allzu lange auf dem Gipfel verweilt. Der Abstieg war mindestens genauso schwierig wie der Aufstieg, wenn nicht sogar schwieriger.

Wieder beladen mit dem Hauptgepäck ging es im Sonnenuntergang auf die letzten Kilometer. Der Backpack wurde immer schwerer und ich somit immer langsamer. Ich war fix und fertig. Bei Einbruch der Dunkelheit kam ich an der Hut an. Mein gesamter Körper tat weh, trotzdem war ich bester Laune, da die Landschaft an diesem Tage einfach nur atemberaubend war. Schnell habe ich mein Zelt aufgebaut und in der Dunkelheit gegessen. Ein toller erster Tag!


21. Dezember 2009

Die heutige Etappe war mit ca. 9 km die kürzeste des gesamten Tracks. Kein schlechts Timing, da mir alles weh tat. Die Knie waren das Schlimmste, bei jeder Stufe schrie ich innerlich auf. Nach Frühstück, Abbauen & Co verließ ich Waterfall Valley gegen 10.15 Uhr. Nach einer guten Stunde Laufen kam ich schon an der Junction zum Will Lake an und beschloß einen kleinen Sidewalk zum See zu machen (das Hauptgepäck habe ich an der Junction zurück gelassen, wer sollte es schon klauen?).



Nach diesem kleinen Abstecher ging es noch für knappe 2 Stunden weiter mit herrlichen Aussichten auf dem Weg. Ich erreichte Lake Windermere und bis zur nächsten Hütte war es nur noch ein Katzensprung. Nachdem ich mein Zelt auf einer Holzplattform aufgebaut habe, ging es zurück um ein Bad im eiskalten See zu nehmen - schön erfrischend. Den Abend habe ich dann entspannt ausklingen lassen.

Morgen steht eine der längsten Etappen an. Ich hoffe, dass der Muskelkater besser wird, sonst wird das übel.

22. Dezember 2009

Ich werde wohl nie ein Freund der australischen Tierwelt werden. So ein blödes Possum hat doch in der Nacht tatsächlich ein Loch in mein Zelt geknabbert um an mein Futter zu kommen! Es war doch brandneu...

Trotz 6.30 Uhr aufstehen bin ich erst um 10.15 Uhr losgekommen. Ärgerlich, da es heute so eine lange Etappe war. Das Wetter war mässig, es nieselte leicht. Nach einem leichten Anstieg verlief der Weg auf einem Plateau, auf dem sich Wind zum Regen gesellte. Supereklig! Wenigstens hatte ich so mal die Möglichkeit mein Regenzeug auszutesten. Die Hose war gut, die Jacke weniger. Falls sie wasserdicht ist, dann ist sie so dicht, dass sie meinen Schweiß auch nicht raus lässt. Jedenfalls war ich klatschnass. Als ich vom Plateau in ein Wäldchen kam, war der Sturm verschwunden und auch der Regen lies nach. Der Wald war wunderschön mit sehr viel Moss ausgestattet.

Ab Kilometer 10 merkte ich den Rucksack wieder schwer auf meinen Schultern lasten. Die Pausen wurden häufiger und das Tempo langsamer. Zusätzlich war der Weg sehr schlammig und verwurzelt, was das Gehen zur Tortour machte. Inzwischen fingen sich auch meine Füße an zu beschweren, was sie in Form von diversen Blasen taten. Allerdings konnte ich in der Ferne schon die nächste Hütte sehen. Der Schein trügt, denn bevor ich sie erreichen konnte, musste ich erst noch durch ein Tal und es sollte noch 3 Stunden dauern, bevor ich das Ziel erreichte. Im Tal selber waren die sogenannten Flog Frats, die passiert werden mussten. Danach kam der härteste Teil des Tages: der finale Aufstieg zur Pellion Hut bei miesesten Wegbedingungen. Dies resultierte ein weiteres Mal in heftigen Schmerzen. Ich entschloss diese Nacht in der Hütte zu verbringen. Die Gründe dafür waren 1. nasse Klamotten und 2. ein löchriges Zelt, was ich erst einer Reperatur unterziehen wollte, bevor ich wieder darin schlief. Ich fange schon langsam an mich nach einer Dusche zu sehnen, aber die Natur begeistert unglaublich. Wenn jetzt noch die Schmerzen nachlassen, dann wäre es ja beinahe perfekt. Mal sehen, wie es morgen so wird...


23. Dezember 2009

Als ich noch vom Schlafsack aus aus dem Fenster blickte sah ich es schon: blauer Himmel! Yes! Heute war die Strecke eigentlich nicht allzu lang, aber ich habe einen Sidetrip auf den Mt. Ossa eingeplant, den höchsten Berg Tasmaniens mit immerhin über 1.600 Metern. Da ich an diesem Morgen kein Zelt zum einpacken hatte, war ich relativ schnell und somit früh startbereit. Anders als bisher, wo ich gegen 10.15 Uhr auf dem Track war, bin ich heute schon um 8.30 Uhr losgestiefelt. Über Nacht sind Muskelkater und Knie besser geworden und ich habe ein gutes Tempo vorgelegt. Nach anderthalb Stunden stetem Aufstieg kam ich an der Pellion Gap, einer Timber Plattform auf einem Sattel zwischen 2 Bergen an. Nach einer kurzen Rast lies ich mein Hauptgepäck mal wieder zurück, um den Mt. Ossa zu erklimmen. Es war nicht so schlimm, wie der Cradle Mountain am ersten Tag, allerdings dafür länger und in der prallen Sonne. Nach guten anderthalb Stunden war ich oben. Was soll ich schon sagen? Der HAMMER!!! Ich saß eine gute Stunde oben und habe die Aussicht genossen. Ich will fast behaupten, dass das wohl das Highlight des Overland Tracks wird...

Runter ging es dann auch wieder in der prallen Sonne und als ich wieder bei meinem Backpack ankam war ich ziemlich fertig und hatte schon all mein Wasser aufgebraucht. Also am nächsten Bach angehalten und die Flasche wieder aufgefüllt. Toll, dass es noch Regionen auf der Erde gibt, wo das unbedenklich ist. Der Rest des Tages war etwas eintönig und vor allem heiß. Kurz nach 16 Uhr bin ich an der Kia Ora Hut angekommen und nachdem ich meine Nase nur einmal in die Hütte gehalten habe, war klar, dass ich trotz Loch im Zelt, das Zelt bevorzuge. Hoffentlich regenet es heute Nacht nicht, die Wolken verheißen nix gutes. Ich hasse es ein nasses Zelt einzupacken. Und hoffentlich ist morgen wieder tolles Wetter.

24. Dezember 2009

Die Nacht im Zelt war furchtbar. Dank meines Possumtraumas bin ich bei jedem Geräusch hochgeschreckt. So war denn auch nicht viel mit Schlaf. Hinzu kam noch, dass es die gesamte Nacht geregnet hat und somit alles nass war. Also habe ich das Zelt halt in Gottes Willen nass eingepackt und bin gestartet. Wenigstens fange ich an mich an den Backpack zu gewöhnen und auch die anderen Schmerzen lassen nach. Daraus resultierend bin ich heute bei leichtem Nieselregen voll durchgestartet. Bereits nach 45 Minuten erreichte ich die Du Cane Hut , wo ich meinen ersten Rast eingeplant habe. Jetzt fing es allerdings wirklich an zu schütten. Zwar habe ich noch einen Abstecher zu 2 Wasserfällen gemacht, danach aber entschieden, dass ich nur noch so schnell wie möglich zur nächsten Hütte kommen wollte! Nach unglaublich schnellen 4 Stunden kam ich an besagter Hütte an, vollkommen durchnässt. Dass die Regenjacke nix taugt, habe ich ja shon festgestellt, aber leider auch das Regencape vom Rucksack hielt dem Dauerregen nicht stand. Das Ergebnis ist, dass fast alle Wechselklamotten nass sind. Super! Die Schuhe sind natürlich auch vollkommen durchnässt, so denn auch die Socken. Da es auch relativ kalt ist wird bis morgen wohl nix trocken werden und ich muss mit nassen Sachen losstiefeln. Alles in allem eigentlich ein schrecklicher Tag.

Ach ja, heute ist Heiligabend! Wir haben in der Hütte (nein, kein Zelt heute) einen Behelfsweihnachtsbaum (ein paar Äste dekoriert mit Müll) aufgebaut und feierten Weihnachten halt im Overland Track Style. Aber ihr hattet hoffentlich ein "normales" Weihnachten.




25. Dezember 2009

Wieder um 6.30 Uhr aufgestanden. Da ich wiedermal kein Zelt zum packen hatte, ging das Einpacken recht flott und um 8 Uhr war ich unterwegs. Die Hütte war schön, die Sachen haben angefangen zu trocknen und der Himmel war heute nur leicht bewölkt. Also alles bestens. Ich schien wieder zu fliegen. Nach 3 eher unspektakulären Stunden überquerte ich den Narcissus River und kam kurz danach an der Narcissus Hut an. Die meisten Wanderer nehmen von hier aus die Fähre zum Lake St Clair Visitor Centre. Ich entschloss mich den Walk komplett zu machen und da es noch so früh war, habe ich entschieden die 2 Stunden zur nächsten Hütte, der Echo Point Hut, noch dranzuhängen. Hier ging es durch sehr dichten und schönen Wald mit ganz viel Moos. Nach wie schon erwartet weiteren 2 Stunden bin ich an der äußerst rustikalen Hut angekommen. Hier werde ich meine letzte Nacht auf dem Overland Track verbringen., bevor es morgen in aller Herrgottsfrühe zu den letzten 3 Stunden des Tracks in die Zivilisation zurück geht.



26. Dezember 2009

Nach einem guten Schlaf bin ich um kurz nach 7 Uhr aufgebrochen. Die letzten Kilometer des Tracks führten immer am See entlang durch dichten Wald. Ich finde es ehrlich gesagt komisch, dass so viele Leute diesen Teil auslassen, der Weg ist wunderschön. Obwohl er am See entlang führte, war es ein ständiges auf und ab und somit doch rech anspruchsvoll zu laufen. 3 Stunden später wurde der Weg breiter und ebener, ich näherte mich der Zivilisation. Und dann war es da: das Visitor Centre! Der Track war zu Ende! Ich dregestrierte mich und kaufte mir eine kalte Coke. Dannd er Blick in den Spiegel: Auweia! Ich sah ja sowas von ungeduscht aus! Zudem habe ich mir irgendwie den Eckzahn gespalten, keine Ahnung wie ich das wieder geschafft habe. Da werde ich in Deutschland wohl einen Zahnarzt aufsuchen müssen. Eine Stunde später stieg ich in den Bus zurück nach Hobart.



Saturday, 26 December 2009

Day 151: Preparation

19. Dezember 2009




Am frühen Abend landete ich in Hobart/Tasmanien. Endlich war ich da. Ich wollte eigentlich schon bei meinem letzten Australienbesuch Tasmanien besichtigen, habe es aber aus Zeitgründen nicht geschafft. Im Hostel habe ich endlich wieder meinen Backpack in Empfang genommen, den Jordi ja netterweise schon 2 Wochen vorher runter gekarrt hat. Dann stand einkaufen auf dem Programm. Ich musste für mein Unternehmen, den Overland-Track ja schließlich genug zu essen dabei haben. 8 volle Tüten und 150 Dollar später war ich meiner Meinung nach gut gerüstet.




Als ich alles im und am Backpack verstaut habe und ihen das erste mal probehalber aufsetzte kam in mir aber ziemlich schnell der Verdacht auf, dass ich eventuell etwas zu gut ausgerüstet war. Ich hatte leider keine Waage verfügbar, aber ich kann euch versichern, dass der Rucksack einfach nur back braking war. Am nächsten Tage ging es dann mit dem Bus nach Launceston, der letzten Nacht in der Zivilisation, bevor es am frühen Morgen des nächsten Tages endlich Richtung Nationalpark ging... Aufregung und Vorfreude pur!!!




Thursday, 17 December 2009

Days 147-150: Big City Life In Melbourne

15. - 18. Dezember 2009

In Perth hatte ich nur eine Stunde Aufenthalt, dann ging es auch schon weiter nach Melbourne. Der Flug war grausam. Es war ein Nachtflug und die Sitze in den Virgin Blue Maschinen sind denkbar ungeeignet zum Schlafen. Dazu kam noch, dass es sehr heftig ist bei einem 4 Stunden Flug 3 Stunden Zeitverschiebung zu haben. Ich bin also um 22:45 Uhr gestartet und nach guten 4 Stunden bereits beim ersten Sonnenlicht um 5 Uhr morgens wieder gelandet. Man hat mich wirklich einer Nacht beraubt.


Der Weg zum Hostel war schnell gefunden und die Busverbindung vom Airport war super. Dann war ich allerdings müde ohne Ende und wollte nur noch schlafen. Natürlich musste ich bis kurz nach 10 warten bis ein Bett frei war. Dann hab ich aber auch sofort 5 Stunden geschlafen. Um 15 Uhr wurde es dann höchste Zeit für einen ersten Rundgang durch das CBD. Der erste Eindruck war super. Ich kann verstehen, warum hier alle Melbourne lieben. Das Zentrum ist nicht so erdrückend wie in Brisbane und die Läden schließen nicht schon am frühen Nachmittag wie in Perth. Es gibt hier sehr viele Straßenkünstler und es ist immer was los auf den Straßen. Zudem habe ich hier auch endlich einen Ersatzakku für meine Kamera gefunden, was mir selbst in Tokyo nicht gelang. Hier kann ich also nochmal schön Großstadtfeeling sammeln, bevor es wieder mal in die Pampa geht.


Am nächsten Tage habe ich den botanischen Garten erkundet. Wir hatten Rekordtemperaturen in Melbourne und die 40 °C wurden sogar genknackt. Nicht das beste Timing. Jedenfalls war der Weg zu dem botanischen Garten etwas ätzend, da es nur an den großen Schnellstraßen entlang ging. Der Garten selber war allerdings sehr schön, er gilt auch als einer der schönsten Australiens. So überraschgt es denn auch nicht, dass ich hier den gesamten Tag verbracht habe. Am Abend gabs nur noch entspanntes Buch lesen.



Am letzten vollen Tag in Melbourne habe ich mich auf nach Fitzroy gemacht. Das ist ein unglaublich nettes kleines Viertel, was mirt auf Anhieb sympathisch war. Ich musste spontan an einen Mix aus London und Berlin denken. Ganz viele kleine Kneipen und Shops aneinander gereiht und überall diese besondere Atmosphäre. Da war dann irgendwie auch das Regenwetter egal. Am letzten Tage bin ich nur nochmal durch CBD geschlendert und habe die Atmosphäre nochmal aufgesaugt. Gegen Mittag ging es dann wieder einmal zum Airport.

Monday, 14 December 2009

Days 144-146: Sweating In Broome

12. - 14. Dezember 2009

Der Anflug zum Broome International Airport (warum das Teil den Titel "International" trägt weiß ich bis heute noch nicht) lies schon erahnen auf was ich mich eingelassen habe. Dies war also der Ort, wo die Wüste oder hier sagt man besser das Outback auf das Meer stößt. Des weiteren sah es sehr, sehr "kaffig" aus. Ich habe den hinteren Ausgang des Flugzeugs benutzt und mich schon etwas geärgert, dass die uns hinten aussteigen lassen und wir somit voll den heißen Strahl der Triebwerke abkriegen. Als ich dann allerdings meinen Weg um das Flugzeug beinahe vollendet habe und ich nun vor den Triebwerken stand und es keinen Deut kühler wurde begann es in meinem Kopf zu klingeln. Oh mein Gott! Das würden 3 anstrengende Tage werden.


Als ich im "Kimberley Klub", meiner Unterkunft ankam (ich konnte vom Airport hin laufen) war ich durch und durch nass geschwitzt. Auf meine Frage, ob es heute ein besonders heißer Tag wäre, meinte der Mann an der Repzeption, dass eher das Gegenteil der Fall sei. Oh mein Gott II! Trotz allem machte ich mich nochmal auf den Weg ins "Zentrum" der "Stadt", um mich nach etwas essbarem umzusehen. Wie ich schnell heraus fand, war das Zentrum des Lebens der McDonalds. Ich war fürwahr überrascht, dass es überhaupt einen gab. Sogar noch mit einem McCafé, sodass zumindest mein morgendlicher Kaffee gesichert war. Da die McDonalds hier in Australien auch kostenloses Wlan zur Verfügung stellen, hatte ich zudem noch Internet. Praktisch. Nach diesem äußerst fragwürdigem Abendessen und einem ersten Rundgang ging ich tief beeindruckt (geschockt trifft es wohl besser) zurück zum Hostel. Geschlafen habe ich Boxershorts, alle Viere von mir gestreckt. Trotz AirCon, viel zu heiß.


Der nächste Tag begann wie der alte aufgehört hat: McDonalds. Danach ging es zurück ins Hostel und ich musste mich erstmal um meinen Berg Dreckwäsche kümmern. Danach ging es endlich los. Ziel (und zugleich auch Hauptattraktion in Broome) war der Cable Beach, einer der schönsten Australiens. Dorthin bin ich mit dem Bus gefahren, den es immerhin überhaupt gab. Der Strand war wirklich toll und der Sonnenuntergang war der absolute Wahnsinn. Ich wage zu behaupten, dass dies einer der besten Orte für Sonnenuntergänge ist, den ich je gesehen hab. Dumm nur, dass kein weibliches Wesen zum beeindrucken in der Nähe war... Mit dem letzten Bus (18.30 Uhr) ging es dann zurück zur Unterkunft.


Während ich meinen Kaffee am nächsten Morgen im McDonalds sippte, wurde mir klar, dass ich hier vor Langeweile sterben würde (oder aufgrund von Wassermangel), da 3 Tage Beach bei der Hitze doch etwas viel sein kann. Die Lösung für das Problem war ein Mietwagen. Nach reichlichem Überlegen entschloss ich mich dazu mir den für einen Tag zu gönnen. Gesagt, getan und keine 30 Minuten später fuhr ich mit einem neuen Hyundai Getz durchs Örtchen. Schalten auf der linken Seite war etwas gewöhnungsbedürftig, aber es war mal toll ein neues Auto fahren zu können. Als erstes habe ich einen kleinen Einkauf gemacht und diesen in mein Hostel gefahren, danach ging es zum Gantheaume Point. Dass ich mit dem Auto eigentlich nur geteerte Straßen fahren durfte, vergass ich kurzfristig einfach. Die Belohnung war ein unvergleichliches Farbenspiel. Die rote Erde, die orangenen skurilen Felsformationen, das türkise Meer und der weiße Strand, alles in einem Foto - unglaublich!


Die restlichen Aktionen des Tages bestanden darin so wenig Aktionen wie möglich zu machen. Bei der Hitze war es einfach nicht möglich energisch Sightseeing zu betreiben. 43°C im Schatten sprechen ja wohl für sich. Ich habe mir das Örtchen nochmal bei Tag angeschaut und es hat meine Ansicht nicht wirklich geändert. Es war immernoch ein Kaff. Am Abend ging es dann natürlich wieder zum Cable Beach, um einen weitern Sonnenuntergang zu genießen. Den Abend verbrachte ich dann mit einem Buch im Pool. So konnte man es einigermassen aushalten.


Der letzte Tag in Broome bestand aus nichts aufregendem. Kaffee, einkaufen, schwitzen, zum Airport laufen, warten. Broome war eine spontane Entscheidung. Ich muss sagen, dass es sich wohl eher nicht lohnt extra wegen Broome in ein Flugzeug zu steigen. Es ist sicherlich interessant, ein Tag reicht aber auch vollkommen aus. Allein schon wegen den unmenschlichen Bedingungen hier. Für mich war es somit die einzige Outbackerfahrung auf diesem Australientrip. Na ja, zumindest im klassischen Sinne. Die Fotos sind auf jeden Fall toll geworden und ich werde sie mir bestimmt noch oft anschauen.


Mit 30 Minuten Verspätung war ich wieder in der Luft Richtung Perth.

Friday, 11 December 2009

Days 140-143: Enjoying Perth

8. - 11. Dezember 2009

Nach 6 Stunden Flug mit Virgin Blue bin ich in Perth gelandet. Da ich bei meinem letzten Australienbesuch den Westen komplett ausgelassen habe, war das eines der ersten Ziele, dass schon sehr früh in meiner Planung aufgetaucht ist. Nach einer der schlimmsten Landungen seit langem und dank Zeitverschiebung (2 Stunden zur Ostküste) war ich etwas angenervt, als ich das Terminalgebäude um ca. 23:45 Uhr verließ. An öffentlichen Nahverkehr war in Australien um diese Zeit natürlich nicht mehr zu denken und so bin ich mit dem Airportshuttle zu meiner Unterkunft gefahren. Das Backpackers hatte den schönen Namen "Britannia on William" und ich glaube, dass es das beste Backpackers meiner Reise sein wird. Es war ein altes viktorianisches Gebäude, dagegen sehen unsere Altbauten ja lachhaft winzig aus. Ausserdem hatte es eine super ausgerüstete Küche. Da ich so spät ankam habe ich mich allerdings gleich ins Bett gehauen.


Der nächste Tag war wunderschön. Es war nicht mehr so heiß wie in Brisbane und es war nahezu perfektes Wetter zum rumlatschen. Wieder war die State Library of Western Australia gleich um die Ecke mit freiem Internet. So wurde es dann zur Gewohnheit jeden morgen eine Stunde Organisatorisches zu erledigen. Danach habe ich Perth erkundet. Was soll ich sagen, es ist wirklich eine tolle Stadt. Viel schöner als Brisbane, viel more relaxed als Brisbane und nicht so viel Verkehr wie in Brisbane. Das tolle an Perth ist, dass sich im Zentrum die alten viktorianischen Bauten mit den modernen Wolkenkratzern abwechseln. In dem Viertel meiner Unterkunft, Northbridge, sind eigentlich ausschließlich die alten Häuser zu finden. Am Ende des Tages bin ich im King's Park angekommen. Ein Riesending mir über 4 Quadratkilometern, von dem man eine schöne Aussicht auf die City hat. Auf meinem Rückweg musste ich dann allerdings feststellen, dass es auch negative Seiten hat, dass die City so entspannt ist. Um 17.30 Uhr macht alles, aber auch alles in Perth dicht. Das ist die Capital City von Western Australia und man kommst sich so vor wie im letzten Outback-Kaff.


Die Geschehnisse des zweiten Tages im Westen sind schnell zusammengefasst. Beach! Ein ganzen Tag hing ich mit nem Kumpel, den ich kennengelernt hatte einfach nur am Strand rum und hab das Leben genossen.


Der nächste Tag war ein Shoppingtag. Ich hatte noch einiges einzukaufen für meine weitere Reise und Perth bot dazu gute Gelegenheit. Am Nachmittag habe ich mich ein letztes Mal mit Cam getroffen, die inzwischen auch in Perth angekommen ist. Nach einem netten Kaffee hieß es jetzt Abschied nehmen von Cam. 4 Monate hab ich mit ihr studiert und in Australien sind wir wirklich gute Freunde geworden. Es war wirklich ein Spass mit ihr. Ausser ihr ständiges zu Spät kommen. Das zehrte wahrlich an den Nerven. Aber trotzdem: DANKE CAM!!! In 5 Monaten, zum Start des neuen Semesters werde ich sie wiedersehen. Am Abend habe ich dann mein Zeug wieder versucht zusammenzupacken, mit mässigem Erfolg. Schließlich entschloss sich unser halbes Zimmer auszugehen. Der Club war klasse und wer mich kennt weiß, dass ich einen Club fast nie klasse finde. Allerdings waren die 8 Dollar für ein Bier doch happig.


Um 10 Uhr musste ich auschecken. Also habe ich alles irgendwie in den Trolley gestopft und bin dann nochmal in die Stadt um ein T-Shirt zu kaufen. Gegen 12 ging es dann mit vollem Gepäck Richtung Flughafen. Das Gepäck wird langsam zu einem ernsthaften Problem. Ich musste es durch die halbe Stadt schleppen und am Flughafen dann die Gewissheit: ich habe 24 kg in den Trolley gestopft. Da ich glücklicherweise mit Virgin Blue flog, wo 23 kg erlaubt sind, konnte ich noch was ins Cabbin Luggage stopfen, aber ich werde auch nochmal mit Jetstar fliegen, die nur 20 kg erlauben. Ich weiß wirklich noch nicht, wie ich das Problem löse. Ganz zu schweigen davon, dass noch ein Gepäckstück von mir eingelagert ist, was nochmal um die 10 Kilo ausmachen dürfte. Das wird teuer. However. Damit beschäftige ich mich dann, wenn es soweit ist. Der Flugzeug hob pünktlich ab und war einer der lustigsten Flüge überhaupt. Beispiele:

Captain: And now you have a beautiful view over Perth... Oh! Unfortunately we're just turning away!

Stewardess: Lucky you. You can enjoy the best crew in the whole aviation industry. Unfortunately they have their day off today.

Als der Müll eingesammelt wurde hat sich doch einer tatsächlich verkleidet und kam dann mit Perlenohrringen, Tütü, Müllsack auf dem Kopf und bescheuerter Sonnenbrille durch die Kabine gehoppelt. Hahaha!

Tuesday, 8 December 2009

Days 137-139: Relaxing In Brisbane

5. - 7. Dezember 2009


Der Rückflug von Japan war ein Nachtflug. Wir sind gegen 7 Uhr morgens an der Gold Coast gelandet und als ich aus dem Flugzeug stieg wurde ich von der himmlischen Wärme empfangen. Herrlich. Während Cam im Duty-Free Shop hängen blieb, bin ich als einer der ersten durch die Immigration und wurde auch gleich von Cam’s Freund empfangen. Als erstes wurde von Winter wieder auf Sommer umgestellt und ich habe mich angemessen umgekleidet. Schön wieder in Flipflops rumlaufen zu können. Ca. eine halbe Stunde später kam dann auch Cam endlich und wir haben uns auf den Weg zur Busstation gemacht. Von der unglaublichen Effizienz des öffentlichen Nahverkehrs in Tokyo zurück zum reinen Ärgernis in Australia. Welch ein Abstieg! Hier wird das „No worries mate!“ doch sehr strapaziert. Während Cam und ihr Lover noch etwas an der Gold Coast geblieben sind, habe ich mich entschlossen sofort den Weg nach Brisbane anzutreten.

Irgendwann, zahlreiche Verspätungen später bin ich auch angekommen und bin nach langer Zeit mal wieder in einem klassischen Backpackers untergekommen. Der 10er Schlafsaal war messy ohne Ende und hat mich doch etwas an meine chaotische Varsity-Zeit erinnert. Mittlerweile war es schon ein Uhr durch und ich hatte immer noch keinen Kaffee intus. Also ging es schnurstracks zum nächsten Starbucks. Mit Kaffee und einem guten Buch bewaffnet habe ich dann den botanischen Garten aufgesucht und den ganzen Tag gelesen. Nach der unglaublichen Hektik von Tokyo tat es richtig gut einen Tag mal einfach Ruhe zu haben. Der botanische Garten liegt mitten in der City und ist wunderschön und dank einer ständigen Brise auch nicht zu heiß.

Gegen Sonnenuntergang ging es wieder zurück Richtung Backpackers und bin dort, wie verabredet, wieder auf Mathilde gestoßen. Sie hat mir mein Hauptgepäck mitgebracht, dass ich während meines Japanausfluges bei ihr untergestellt habe und zusammen ging es dann zurück in die Stadt. Den Abend haben wir dann bei einem guten Bier (inzwischen habe ich doch tatsächlich ein gutes australisches Bier entdeckt: Coopers Sparkling Ale) an der Riverside ausklingen lassen.

Da ich noch total fertig vom Nachtflug war, habe ich fast den gesamten Vormittag verpennt. Als ich aufwachte war ich allein im Zimmer und Mathilde natürlich schon längst unterwegs. Ich habe tags zuvor entdeckt, dass ich in der State Library of Queensland kostenloses Internet kriege und wollte das heute versuchen, da ich doch noch einen Haufen an Organisation betreiben muss, damit mein Trip reibungslos verläuft. Das nervige ist, dass ich mich auch schon wieder um die ersten „deutschen“ Dinge kümmern muss. Es fühlt sich noch so weit weg an. Nach der wiederholten Feststellung, dass das australische Internet total retarded ist und somit 2 Stunden später, habe ich Mathilde wieder getroffen. Wir sind in der Stadt rumgelatscht und haben einen Haufen dummes Zeug geredet. Um Mitternacht habe ich ihr zum Geburtstag gratuliert.

Am nächsten Morgen weckte sie mich früh auf, um „Auf Wiedersehen“ zu sagen. Während sie sich zurück auf den Weg zur Sunshine Coast machte, musste ich mich (mal wieder) zum Flughafen begeben. Jedoch ging der Flug erst am Abend, so blieb noch mal Zeit für eine Internet-Session und Buch lesen im Park. Alles in allem ist Brisbane eine nette Stadt, allerdings reicht ein Tag vollkommen aus, um sie zu erkunden. Die Atmosphäre ist relaxed und ist natürlich das krasse Gegenteil zu Tokyo. Allerdings wurde ich von meinem nächsten Ziel dahin gehend überrascht, dass die Atmosphäre noch mal eine Nummer entspannter war.