Noch nicht mal mit den Klausuren vom letzten Semester fertig und schon beginnt das neue. Nachdem ich am Sonntag das Auto zurück gebracht habe und wenig erfolgreich vor Entscheidungstheorie saß, ruhte meine Hoffnung nun auf diesem Montag. Zudem stand heute auch meine erste australische Vorlesung an. Managing Organisational Change. Von Aufregung aber keine Spur. Insgesamt habe ich vor hier 4 Kurse zu belegen (mehr sind auch nicht möglich), 2 davon mache ich zusammen mit Cam. Diese erste Vorlesung am Montag haben die Verantwortlichen netterweise auf 8 Uhr morgens angesetzt, also 6.30 Uhr aufstehen. Immerhin hatte ich inzwischen alles nötige für einen Kaffee zusammen gekauft (ca. 40$), von daher war das erträglich.
Und ab zur Uni! Um dorthin zu gelangen müssen wir durch ein Naturreservat laufen, in dem auch die Uni liegt. Schon die erste Warnung am Weg machte mich stutzig, besonders der Satz ganz unten.
Mutig ging ich weiter und die nächsten Warnhinweise folgten zugleich.
Dem Tod ins Auge blickend, an allen wilden Tieren vorbei habe ich dann auch die Uni erreicht. Pünktlich am Lecture Theater angekommen dann das große Staunen. Das Lecture Theatre verdiente den Namen eigentlich nicht. Für die Viadrinaleute, die kleinen Lecture-Theatre sind mit den kleinen Vorlesungsräumen in den oberen Stockwerken des GD vergleichbar. Der Raum war nichtmal voll. Aber OK, das mag auch an der Uhrzeit gelegen haben. Neben Cam sitzend habe ich dann der Vorlesung gelauscht. Und je länger sie dauerte, desto entsetzter waren wir. Die Vorlesung glich eher einer Geschichtsstunde auf Schulniveau. Wir hoffen wirklich, dass das Niveau in diesem Fach in den nächsten Wochen noch etwas anzieht, weil wir machen wohlgemerkt hier nur Kurse mit dem höchsten Schwierigkeitsgrad. Beim hinausgehen redeten wir dann auch darüber, wie lächerlich einfach das war. Wir ernteten ein paar böse Blicke von deutschen Kommilitonen.
Dazu muss man sagen, dass hier, was deutsche Austauschstudenten betrifft hauptsächlich FHler sind. Wir sind von unserer Uni ein ganz anderes Niveau gewöhnt. Während sich die FHler anscheinend ziemlich ins Zeug legen müssen, sieht es bis jetzt so aus als ob wir beide hier erstmal ein entspanntes Semester verbringen könnten. Aber mal sehen, wie das in 3 Wochen aussieht.
Nach der Vorlesung ging es endlich in die Bibliothek zum lernen. Sie ist fast noch kleiner als die der Viadrina, aber sehr schön eingerichtet. Allerdings scheinen sie sehr stolz auf ihre AirCon zu sein. Während man draussen in kurzer Hose und T-Shirt rumlaufen kann, muss man in der Bibliothek einen dicken Pulli mitnehmen um nicht zu frieren. Die Regeln sind hier viel lockerer. Mit nem Kaffee in der Bibo lernen, na wie klingt das für euch? Toll oder?
Während einer Lernpause sind wir dann das erste Mal zum Woolworth gelaufen, da kein Auto mehr und meine Mitbewohner meine Milch geleert haben. Es zieht sich schon und Großeinkäufe sind somit nicht mehr machbar. Allerdings haben die Studenten das so gelöst, indem sie eiskalt den Einkaufswagen bis zum Studentenheim mitnehmen. Wir haben sogar ne richtige Einkaufswagenstation hier.
Danach bin ich nochmal in die Bibo zum lernen und war bei Dunkelheit dann wieder auf dem Rückweg. Und da waren sie. Der ganze Rasen, mitten auf dem Unigelände war voller Känguruhs. Schon lustig. Die haben mich zumindest kurzzeitig von der Klausur abgelenkt, die morgen anstand. And I had a very bad feeling about this...
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