Monday, 27 July 2009

Day 3: Shopping

24. Juli 2009

Nach ca. 5 Stunden Schlaf war ich wieder auf den Beinen. Angezogen und dann ab zur Uni. Ein paar Sachen mussten dringend geklärt werden, wie z.B. das Schreiben der deutschen Klausuren, Studentenausweis abholen und einen Kaffee holen. Netterweise hat mir eine Mitarbeiterin aus dem Internationalen Büro 5$ für diesen geliehen, da ich ja bis jetzt noch kein australisches Geld besaß. Hier hätten bei mir schon die Alarmglocken schrillen müssen, als ich für einen lächerlichen Instantkaffee 3.50$ zahlte, was ca. 2€ entspricht.
Nach diesen kleinen Erledigungen bin ich wieder zurück ins Apartment gegangen. Die ausführliche Besichtigung der Uni wollte ich mir für später aufheben. Und während dem Koffer auspacken klopfte es an der Tür und es flötete: "Is Dominik there?" Auch sie hatte es also geschafft. Cam, meine Kommilitonin aus Deutschland mit der ich das Semester zusammen hier verbringe, hat die Reise ebenfalls gut überstanden. Deshalb wird es ab jetzt eher "wir" als "ich" heißen. Wir hatten einen Mietwagen zur Verfügung, (damals) funktionierende Kreditkarten, kein Essen und kein Klopapier. Also, SHOPPING war angesagt! Vorher allerdings musste ich noch richtig in meiner neuen Unterkunft einchecken. Die schnelle Aktion in der Nacht zählte da nicht. Ein Haufen Formulare wollten bewältigt und die Kreditkarte belastet werden. Um einen Berg an Formularen reicher und um 800$ ärmer verließ ich das Office um gleich noch ärmer zu werden.

Sippy Downs, das Kaff in dem wir hausen, hat eine Art Einkaufspark. Mit dem Auto knappe 5 Minuten, zu Laufen ca. 20. Woolworth, ein Riesenladen, etwa mit dem Kaufland vergleichbar ist auch wirklich gut ausgestattet. Also haben Cam und meiner einer einen Einkaufswagen geschnappt und wollten loslegen. Das blanke Entsetzen erwartete uns! Erster Bereich des Ladens: Brot! Ab 2€ für das billigste aufwärts war man dabei. Die spontane Lösung: umsteigen auf wabbelige Billigsandwiches. Mit einer leichten Verunsicherung näherten wir uns dem nächsten Bereich: Obst & Gemüse! Und hier wurde es zur Gewissheit...

Die Preise um sich hier am Leben zu halten sind im Vergleich zu Deutschland deutlch teurer! Selbst für die allernötigsten Grundnahrungsmittel muss man hier deutlich tiefer in die Tasche greifen. Zum Beispiel das gute Bier. Mal davon abgesehen, dass die Australier nicht wirkliche Bierexperten sind, kann das hier auch keiner zahlen. Zum größten Schock meines bisherigen Australientrips gehörte das Erspähen eines Oettinger Sixpack! Ja richtig, unser geliebtes deutsches Assibier! Nach eifrigem Vergleich gehört es auch hier so mit zu den billigsten und jetzt der Knaller, damit ihr euch mein Leid vorstellen könnt: ein Sixpack Oettinger (6 x 335ml) kostet hier an die 8€!!! Ich habe mir auf den Schock erstmal einen Sixer gegönnt. Wohlwissend, dass das fürs erste mein letztes Bier in Australien sein würde. Ich habe mich für einen Sixer aus Neuseeland entschieden. Der war nicht ganz so teuer wie Becks oder Heineken. Ich vermisse mein Rothaus.

Je länger der Einkauf, desto depressiver wurden wir. Der Einkaufswagen füllte sich aufgrund unserer verzweifelten Suche nach den billigsten Produkten auch nur langsam und so brauchten wir für unseren ersten Einkauf gute 2 Stunden. Als wir uns dann der Kasse näherten stieg die Spannung. Die Stunde der Abrechnung. Und los gings...
10$...
30$...
50$...
80$...
85$!
Schock! Cam ergings nicht wirklich besser und wir ahnten, dass wir hier wohl einige Kilo an Gewicht verlieren würden.
Um aber mal nicht nur zu meckern, die Auswahl ist gigantisch. Da kommt Deutschland wirklich nicht mit. In so einem kleinen Kaff wie wir es hier haben so ein gigantischer Laden is schon wahnsinn. In größeren Städten sind die Ausmaße dann auch noch größer. Auch toll ist, dass die Verkäuferinnen hier alle Waren sofort in Plastiktüten verpacken. Das ist schlecht für die Umwelt und gut für meine heimische Mülltütensammlung. Wenn halt nur die Sache mit dem Geld nicht wär...

Danach gings ins nächste Kaff zum passenden Geldautomaten. Auch den werde ich in Zukunft wohl mit dem Bus erreichen müssen. Hier habe ich gleich mal 500$ abgehoben. Inzwischen sind davon 3 Tage später nur noch 100$ übrig. Oje. Als es bereits dunkelte (17.30 Uhr - Winter halt) haben wir uns dann noch auf zum Sunshine Plaza in Maroochydore, der größten Stadt im Umkreis gemacht. Als wir ankamen (18 Uhr) hatte bereits alles zu. Und das an einem Freitag. Das ist wirklich Provinz vom Feinsten! Aber wer Ffo abkann, der lacht darüber ja nur...
Nachdem wir uns auch mit Alkohol versorgt haben beschlossen wir den Abend gemeinsam bei Toast, Rührei, Würstchen und Wein ausklingen zu lassen. Alles ausser den Würstchen war wirklich gut, aber die waren dafür wirklich unter aller Kanone! Da konnte auch Cam nichts mehr retten. Nur schlimm, dass die Würstchen so teuer und dann noch so ein Reinfall waren.

An diesem Abend habe ich mir dann doch noch Internet eingekauft. Ja richtig, hier muss man das kaufen. Neben der obligatorischen Connection Fee in Höhe von 40$ muss man sich GB dazu kaufen. 1 GB kostet fast 30$. Das ist so ziemlich der Hauptgrund, warum Skype, ICQ und MSN tabu für mich sind, wenn ich nicht vollkommen verarmen will. Man wird das Gefühl nicht los, dass hier alles in irgendeiner Form kostet...

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